Standard

 

 

♦FCI-Standard N° 349 / 29.9.2005

CIOBANESC ROMANESC MIORITIC

URSPRUNG: Rumänien

VERWENDUNG: vorzüglicher Hirtenhund, unbestechlicher Wächter, ausgezeichneter Begleithund

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde,   Sektion 1 Schäferhunde,   ohne Arbeitsprüfung

GESCHICHTLICHER ABRISS: Der Ciobanesc Romanesc Mioritic wurde aus einer naturbelassenen Hunderasse der Karpaten gezüchtet, wobei die Gebrauchstüchtigkeit im Vordergrund stand. Die Rasse hat in Rumänien wegen ihrer kraftstrotzenden Erscheinung viele Anhänger. Der Standard wurde 1981 von der Kynologischen Vereinigung erstellt, deren Technische Kommission  ihn am 29.3.2002 annahm und dem Standardschema der FCI von Jerusalem anpasste.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: großer, jedoch keinesfalls schwerer, kraftvoller, mächtiger Hund; am Kopf, am ganzen Körper und an den Gliedmaßen langes, reiches Haar; Rüden sind größer und kräftiger als Hündinnnen

WICHTIGE MASSVERHÄLTNISSE: ♦Die Körperlänge verhält sich zur Widerristhöhe wie 11:10   ♦Die Brusttiefe sollte ca. der halben Widerristhöhe entsprechen  ♦Der Fang ist etwas kürzer als der Oberkopf

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): ruhiger, ausgeglichener Hund, guter Herdenschutzhund, sehr mutig und effizient bei der Abwehr von Raubtieren, die möglicherweise auf Beute aus sind (Bären, Wölfe, Luchse); misstrauisch gegenüber Fremden, mag Kinder

KOPF

OBERKOPF: ♦Schädel: mäßig breit, leicht gewölbt; die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang verlaufen fast parallel. Von vorne gesehen ist die Oberlinie leicht gewölbt. Die Jochbögen zeichnen sich nur wenig ab. Hinterhauptshöcker gut ausgeprägt  ♦Stop: nicht zu stark betont

GESICHTSSCHÄDEL: ♦Nasenschwamm: breit , gut entwickelt, schwarz  ♦Fang: etwas kürzer als der Oberkopf, gut entwickelt, sich zur Nase hin allmählich verjüngend, keinesfalls spitz, kräftiger Unterkiefer  ♦Lefzen: dick, straff anliegend, stark pigmentiert  ♦Kiefer/Zähne: mächtige Kiefer; vollständiges, kräftiges, gesundes Scherengebiss mit gut eingestzten weißen Zähnen  ♦Backen: nicht hervortretend  ♦Augen: von mäßiger Größe, schräg stehend, haselnussbraun, dunkelbraun oder etwas heller, keinesfalls gelb; Lidränder gut pigmentiert; ruhiger, intelligenter Ausdruck  ♦Ohren: verhältnismäßig hoch angesetzt, V-förmig mit leicht abgerundeter Spitze, 10-15cm lang, dicht an Wangen herabhängend; Kupieren ist verboten

HALS: mäßig lang, breit, kräftig, ohne Wamme

KÖRPER: gut entwickelt;   ♦Oberlinie: gerade, fest    ♦Widerrist: mäßig betont    ♦Rücken: horizontal, kräftig, muskulös    ♦Lende: mäßig lang, breit, sehr muskulös    ♦Kruppe: muskulös, zum Rutenansatz hin mäßig abfallend    ♦Brustkorb: nicht zu lang, breit, Tiefe entspricht ca. halben Widerristhöhe, gut gewölbte Rippen    ♦Unterlinie: leicht aufgezogen, jedoch nicht wie beim Whippet

RUTE: hoch angestzt, in der Ruhe herabhängend, bis zum Sprunggelenk oder tiefer reichend; bei Aufmerksamkeit oder in der Bewegung wird sie in leichtem Bogen höher getragen, manchmal oberhalb der Rückenlinie, aber nie über dem Rücken geringelt. Das Kupieren ist verboten.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND: von vorne und von der Seite gesehen senkrecht   ♦Schultern: mäßig lang, schräg, stark bemuskelt, gut anliegend; Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarmannähernd 100-105°   ♦Oberarm: mäßig lang, gut bemuskelt   Ellenbogen: dicht am Körper anliegend, weder nach innen noch nach außen drehend   ♦ Unterarm: genügend lang, kräftig, muskulös   ♦Vorderfußwurzelgelenk; fest   ♦ Vordermittelfuß: von der Seite gesehen etwas schräg stehend   ♦Pfoten: oval, kompakt, massiv, Zehen sind fest und gebogen, Krallen von aschgrauer Farbe

HINTERHAND: sehr muskulös, kraftvoll, von hinten gesehen gerade und parallel stehend, Winkelungen nur geringfügig geöffnet    ♦Oberschenkel: lang, breit, sehr muskulös    ♦Kniegelenk: Winkel zwischen Ober- u. Unterschenkel ca. 100-105°    ♦ Sprunggelenk: mäßig hoch plaziert, kräftig, gut gewinkelt, weder nach innen noch nach außen gedreht    ♦Hintermittelfuß: nicht zu lang, robust, von der Seite gesehen fast senkracht stehend, Vorhandensein von Afterkrallen sollte nicht bestraft werden    ♦Pfoten: etwas länger als die  Vorderpfoten

GANGWERK / BEWEGUNG: harmonisch, frei, gut koordiniert, kräftig und mühelos, Trab bevorzugt; Galopp kraftvoll und ausgewogen

HAUT: dick, straff anliegend, gut pigmentiert

HAARKLEID

HAAR: am Kopf und Körper reiches Haar von harscher Textur, gerade, mindestens 10cm lang; Unterwolle ist noch dichter, weich und heller gefärbt; an den Gliedmaßen ist das Haar kürzer; Rute reich behaart

FARBE: ♦gescheckt: Grundfarbe muss weiss sein mit klar abgezeichneten schwarzen oder grauen Flecken  ♦ einfarbig: einfarbig weiss oder grau

GRÖSSE / GEWICHT:  ♦Rüden: mindestens 70cm, Idealgröße 75 cm   ♦Hündinnen: mindestens 65cm, Idealgröße 70cm   ♦Gewicht: in gutem Verhältnis  zur Größe

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte    ♦übergewichtiges oder schwächliches Exemplar   ♦Rute geringelt oder ringförmig   ♦Fehlen anderer Zähne als PM1   ♦Ellenbogen ein- oder ausdrehend   ♦schwerfällige Gangart

SCHWERE FEHLER: ♦Geschlechtsmerkmale nicht genügend ausgeprägt   ♦untypischer Ausdruck   ♦runde, vorstehende Augen   ♦Glasauge   ♦Stehohren   ♦zu kurzes Haar (weniger als 8cm)   ♦gelocktes Haar oder Haar von anderer Textur als im Standard beschrieben   ♦Oberlinie durchhängend, gewölbt oder eingesenkt   ♦Pfoten gespreizt, nach innen oder außen gestellt   ♦Hinterhandwinkelung zu offen   ♦Kuhhessigkeit   ♦gestromte Abzeichen

AUSSCHLIESSENDE FEHLER:  ♦Aggressivität oder übermäßige Scheu   ♦untypisches Exemplar   ♦Fehlen von Schneide- oder Fangzähnen   ♦Vorbiss, Rückbiss   ♦Albinismus   ♦angeborene Stummelrute, Rutenlosigkeit   ♦kupierte Rute   ♦Widerristhöhe bei Rüden unter 68cm   ♦Widerristhöhe bei Hündinnnen unter 63cm

Hunde, die deutliche physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.